Neue EU-Richtlinie für deutschen E–Commerce

Europäische Bankenaufsichtsbehörde stellt Online-Händler vor Herausforderungen

08 JULI 2015, MüNCHEN, DEUTSCHLAND
Zusammenfassung
Eine neue Richtlinie der europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) soll Bezahlen im Netz sicherer machen. Händler befürchten durch komplizierte Verfahren jedoch vermehrte Kaufabbrüche. Die neuen Sicherheitsvorgaben wurden von der dt. BaFin ab November 2015 für verbindlich erklärt. Laut einer aktuellen Studie des EHI Retail Institutes finden viele Online-Händler eine starke Authentifizierung aus Sicherheitsgründen zwar sinnvoll, jedoch steht für sie ein rascher Kaufabschluss weiterhin im Vordergrund. Um zusätzlichen Aufwand für die Kunden zu vermeiden, könnten Händler die Bezahlung über Dienstleister abwickeln, die außerhalb Europas reguliert werden, befürchtet Mark Henkel, Mitgründer und Geschäftsführer des Bezahldienstleisters Paymill.

Laut dem Institut für Handelsforschung Köln wächst der deutsche Onlinehandel auf über 40 Milliarden Euro und mit zweistelligem Umsatzwachstum. Damit steigt die Bedeutung des E-Commerce auch für den deutschen Handel und Europa als Digitalstandort. Die neue Richtlinie mit dem Titel „Mindestanforderungen an die Sicherheit von Internetzahlungen“ (MaSI) der EBA, könnte dieses Wachstum bremsen.

Die Zahlungsmittelrichtlinie sieht unter anderem die sogenannte “Zwei-Faktor-Authentifizierung” vor. Dadurch soll der Verbraucher besser geschützt werden, indem zwei von drei Identifizierungsmerkmalen abgefragt werden: ein persönliches Passwort, die Kartennummer und ein biometrisches Charakteristikum (z.B. Fingerabdruck). Das soll eine sichere Authentifizierung bewirken und Verbraucher vor Datenmissbrauch schützen. Allerdings wird der Bezahlprozess dadurch gegebenenfalls verlängert und komplexer.

Käufer mögen es bequem

“Mehr Sicherheit im Internet klingt gut und wir befürworten Bemühungen in diese Richtung, doch wird sich zeigen, welche Auswirkungen das Mehr an Regulierung auf den Online-Handel hat”, erläutert Mark Henkel, Mitgründer und Geschäftsführer des Bezahldienstleisters Paymill. Am Ende könnten die Regulierungen zulasten der Umsätze von Onlinehändlern und deutschen Zahlungsdiensten gehen. Stark gesicherte Zahlungssysteme, bei denen Kunden weitere Passwörter oder biometrische Daten verwenden müssen, werden schon bisher kaum genutzt.

Ein mögliches Szenario bestehe darin, dass Online-Händler auf Dienstleister zurückgreifen, die nicht der EBA Aufsicht bzw. EU-Regulierungen unterliegen. Dies hätte nicht nur datenschutzrechtliche Konsequenzen, sondern könnte auch einen Wettbewerbsnachteil für europäische Anbieter bedeuten, gibt Henkel zu bedenken.

Ähnlich kritisch äußerte sich Herr Prof. Dr. Key Pousttchi von der Universität Potsdam - Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Digitalisierung kürzlich in einem Interview mit der Bay. Staatszeitung vom 15. Mai 2015: “Die großen Internetkonzerne wie Apple, Google, Facebook und Amazon haben großes Interesse an den Zahlungsdaten der Kunden und bringen sich bereits mit Diensten wie Apple Pay und Android Pay in Position.” 


Über Paymill:

Die entwicklerfreundliche Schnittstelle des Online-Zahlungsdienstleisters Paymill erlaubt es, Zahlungen über Kreditkarte, Lastschriftverfahren und weitere Verfahren auf Websites sowie mobilen Anwendungen entgegen zu nehmen. Damit sind Unternehmen in ganz Europa in der Lage, Zahlungen weltweit und in mehr als 100 Währungen zu akzeptieren. Die Schnittstelle gibt die volle Kontrolle über den Checkout und erlaubt damit User-Experience sowie die Conversion zu verbessern. Höchste Sicherheitsstandards nach PCI DSS werden gleich mitgeliefert und garantieren Datensicherheit und Betrugsprävention aus einer Hand.

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